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Das Diaphragma: Eine hormonfreie Verhütungsalternative

diaphragma

Von frittierten Kaulquappen in China bis zu Elefantendung – die Menschheit experimentierte schon mit vielen Methoden der Verhütung. Im Vergleich zu diesen Methoden ist das Diaphragma jedoch günstig, sauber und vor allem sicher.

Was ist ein Diaphragma?

Ein Diaphragma wird auch Pessar, Scheidenpessar oder Scheidendiaphragma genannt. Es ist eine schalenförmige Kappe. Die Kappe hat einen eingearbeiteten Federring aus Metall oder Kunststoff. Um den Federring herum ist eine Membran befestigt. Die Membran ist aus Silikon oder Latex.

Das Scheidendiaphragma muss von einem Frauenarzt fachgerecht für Sie angepasst werden. Nach einer Geburt oder nach grösseren Gewichtsschwankungen müssen Sie es nachjustieren lassen. Das Diaphragma hält bei sachgerechter Handhabung bis zu zwei Jahren.

Das Scheidendiaphragma allein gewährt noch keinen sicheren Schutz. Nur in Verbindung mit einem Spermizid oder Spermiostatika. Ein Spermizid ist ein auf chemischer Basis hergestelltes Gel, das Spermien tötet. Eine natürlichere Methode sind Spermiostatika. Sie wirken auf Grundlage von Milch- oder Zitronensäure. Die Säure senkt den pH-Wert der Scheide. In diesem sauren Milieu erlahmen Spermien.

Wie verwendet man ein Diaphragma?

Das Prinzip der Methode ist denkbar einfach: Sie tragen das Gel (Spermizid oder Spermiostatika) auf die Innenseite der Kappe auf. Es reicht eine Teelöffel grosse Portion.

Danach wird die Kappe gefaltet und in die Scheide eingeführt. Die Innenseite der Kappe ist dem Muttermund zugewandt. Die Flexibilität des Rings und die exakte Anpassung bewirken bei korrekter Anwendung, dass Ihr Muttermund vollständig abgeschlossen ist.

Nach dem Geschlechtsverkehr muss das Diaphragma zwischen sechs und acht Stunden in der Scheide gelassen werden. Spermien überleben an der Luft nur wenige Minuten. Im Eileiter bis zu fünf Tagen. Die kritischste Phase ist jedoch nach sechs Stunden überschritten. Danach können Sie das Pessar entfernen.

Eine Warnung: Die Kappe sollte nicht länger als 24 Stunden in der Scheide gelassen werden. In sehr seltenen Fällen kann es nämlich zu einem toxischen Schocksyndrom kommen.

Vorurteile gegenüber dem Diaphragma

Einige der populärsten Vorurteile gegenüber dieser Verhütungsmethode. Nicht alle Vorurteile sind unberechtigt – einige aber schon.

  • Kein spontaner Sex
  • Komplizierte Anwendung
  • Das Gel verhindert Oralsex
  • Das Gel ist gefährlich
  • Kein Schutz gegen Geschlechtskrankheiten


Kein spontaner Sex

Es geht das Gerücht herum, dass die Kappe zwei Stunden vor dem Gebrauch eingesetzt werden muss. Das stimmt so nicht! Sie können das Scheidendiaphragma direkt vor dem Geschlechtsverkehr einführen.

Die Zwei-Stunden-Regel bedeutet: Sie dürfen das Scheidendiaphragma nicht früher als zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr einsetzen, da ansonsten das Gel seine Wirkung verliert. Sollten Sie es früher eingesetzt haben, ist das aber kein Problem: Tragen Sie das Gel erneut auf. Danach ist das Diaphragma wieder sicher.

Wichtiger als die Zeit des Einsetzens ist die Zeit des Herausnehmens. Wird das Diaphragma zu früh entfernt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit auf eine Schwangerschaft. Lassen Sie es bis zu sechs Stunden in der Scheide, bevor Sie es entfernen. Dann liegen Sie auf der sicheren Seite.

Komplizierte Anwendung

Dieses Vorurteil stimmt nur bedingt. Ja, das Diaphragma ist komplizierter als andere Verhütungsmethoden. Ausserdem verlangt es von Ihnen einen guten Umgang mit Ihrem Körper, da Sie es mit der Hand einführen müssen. Für einige Anwenderinnen ist es einfacher, statt der Hand einen eigens dafür vorgesehenen Stab zu verwenden. Trotzdem empfinden einige Anwenderinnen die Einführung als umständlich und unangenehm.

Eine weitere Abschreckung ist die Reinigung nach dem Geschlechtsverkehr. Die Kappe muss aus der Scheide herausgenommen, mit warmem Wasser gereinigt und danach getrocknet werden. Das ist nicht nur ein zusätzlicher Arbeitsaufwand, sondern auch unromantisch.

Das Gel verhindert Oralsex

Für das Spermizid-Gel ist dies korrekt. Viele Pärchen empfinden den chemischen Geschmack als unangenehm. Spermiostatika-Gels hingegen basieren auf Milch- und Zitronensäure. Diese Gels gibt es sogar in der Geschmacksrichtung Zitronensorbet.

Das Gel ist gefährlich

Nonxynol-9 ist der Wirkstoff in Spermiziden, der für die Tötung der Spermien verantwortlich ist. In einigen Fällen kann dieser Wirkstoff Reizungen an der Vaginalschleimhaut auslösen. Da ein Spermiostatika genauso gut funktioniert, weichen Sie im Fall von Reizungen auf dieses Produkt aus.

Kein Schutz gegen Geschlechtskrankheiten

Auch das stimmt: Weder ein Spermizid oder Spermiostatika noch das Diaphragma selbst schützen vor Geschlechtskrankheiten wie HIV. Nur ein Kondom schützt Sie vor Geschlechtskrankheiten.

Vorteile eines Diaphragmas

Die Vorteile sind relativ klar:

  • Hormonfreie Verhütung
  • Kostengünstig
  • Sichere Verhütungsmethode
  • Erlaubt mehrmalige Benützung


Hormonfreie Verhütung

Egal ob Pille, Hormonspritze oder Hormonspirale – das Hormon Östrogen löst bei vielen Frauen Nebenwirkungen aus.

Bei einer hormonellen Verhütung wird Ihr monatlicher Eisprung unterdrückt, um eine Schwangerschaft zu vermeiden. Die daraus resultierenden Nebenwirkungen sind sehr vielschichtig. Einige Frauen klagen über Brust-, Bauch oder Kopfschmerzen. Bei anderen treten Zwischenblutungen auf. Weniger besorgniserregend, trotzdem noch immer unerwünscht: eine mögliche Gewichtszunahme. Östrogen verstärkt nämlich die Wassereinlagerung im Körper.

Zusätzlich wird seit Jahren ein erhöhtes Krebsrisiko mit der Einnahme von östrogenhaltigen Präparaten untersucht. Bis jetzt gab es keine eindeutigen Beweise dafür oder dagegen. Einzig ein leicht erhöhtes Brustkrebsrisiko konnte bestätigt werden. Gleichzeitig vermindert die Einnahme der Pille jedoch, an Eierstockkrebs zu erkranken. Eine weitere Risikogruppe sind stark übergewichtigen Frauen. Ihnen wird von der Einnahme der Pille abgeraten, da es das Risiko einer Thrombose verstärkt.

Kostengünstig

Diese Verhütungsmethode gehört zu den kostengünstigsten. Bei sachgerechter Handhabung hält die Kappe bis zu zwei Jahren. Sie kostet im Durchschnitt CHF 58, das Gel CHF 20. Dazu kommen die Kosten für eine einmalige Anpassung. Das Pessar wird in der Schweiz nicht mehr vertrieben. Sie können es jedoch online oder über Ihre Apotheke bestellen. In den meisten Fällen reicht die Standardgrösse aus, denn diese passt (nach Anpassung beim Frauenarzt) 85 % aller Frauen.

Sichere Verhütungsmethode

Das Diaphragma gehört zu den sichersten nicht-hormonellen Verhütungsmethoden. Der Pearl-Index ist ein Mass für die Zuverlässigkeit von Empfängnisverhütung. Die Depotspritze, eine hormonelle Verhütung, hat eine Sicherheit von 93 % und steht somit an der Spitze des Pearl-Indexes. Das Pessar, eine nicht-hormonelle Verhütung, hat eine Sicherheit von 82 %. Doch es gibt ein grosses Aber: Während ein Kondom oder eine Hormonspritze ein relativ einfach anzuwendendes Verhütungsmittel sind, brauchen Sie für den Umgang mit diesem Verhütungsmittel Geduld, Erfahrung und vor allem Planung.

Spontaner Sex ist möglich, doch erst, nachdem Sie das Einführen der Kappe geübt haben. Für einige Pärchen bietet es sich an, dass der Partner das Pessar vor dem Sex einführt. Ähnlich wie eine Frau dem Mann das Kondom überstülpt.

Erlaubt mehrmalige Benützung

Sie können mehrmals hintereinander mit Ihrem Partner schlafen, ohne die Kappe herausnehmen zu müssen. Sie müssen nur das Gel nach jedem Geschlechtsverkehr erneut auftragen.

Wie lange kann das Diaphragma in der Scheide bleiben?
Unter sechs Stunden sollten Sie das Scheidendiaphragma nicht herausnehmen, da ansonsten kein optimaler Schutz gewährleistet ist. Ausserdem sollten Sie es nicht länger als vierundzwanzig Stunden in der Scheide lassen (toxisches Schocksyndrom). Daraus ergibt sich: Mehrmaliger Geschlechtsverkehr innerhalb eines Zeitraums von maximal zwölf Stunden ist unproblematisch. Darüber hinaus sollten Sie auf ein anderes Verhütungsmittel umsteigen.

Die mehrmalige Benützung gilt auch in dem Sinne, dass Sie das Scheidendiaphragma nach dem Waschen wiederverwenden können. In der Regel hält es bis zu zwei Jahren. Nach der Herausnahme ist es jedoch wichtig, dass Sie die Membran gründlich reinigen. Für eine gründliche Reinigung reicht Wasser und eine parfümfreie Seife. Während jedes Waschvorgangs sollten Sie die Membran der Kappe auf Risse und Sprödigkeit hin untersuchen. Am besten halten Sie die Membran gegen das Licht, während sie mit Flüssigkeit gefüllt ist.